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Dienstag, 25. Juni 2013

Die Reise ins Labyrinth (1986)



Ich denke mal ich werde mir damit keine Freunde machen, aber für mich war der Film ein Schnarchfest. Ich hatte ihn deutlich lebendiger in Erinnerung, aber ich hatte das Gefühl dass er halt vor allem vor sich hin dümpelt. Dabei hat er WIRKLICH großartige Elemente. Eine zuckersüße und noch sehr junge Jennifer Connelly zum Beispiel, die ihren Job (wohl vor allem das Süßsein) gut meistert. Viel mehr allerdings bin ich von den Puppen begeistert. Klar, wo Jim Henson drauf steht, da steckt er auch drin, und das mit Leib und Seele. Das merkt man auch. Die Figurendesigns sind teilweise einfach nur wunderschön anzusehen (wie etwa Ludo, Ritter Didymus auf seinem treuen Schlachtross Ambrosius, oder auch den mich unglücklicherweise an böswillige jüdische Stereotypen erinnernden Hoggle), und die gesamte Welt des Labyrinths steckt voller Phantasie.
 Aber damit hat es sich für mich auch schon. Ich konnte den Film nicht als sonderlich spannend empfinden, dafür dümpelte alles dann doch zu sehr vor sich hin, ich merke dass der Film um eine traumartige Atmosphäre bemüht ist, aber es will noch nicht so richtig funktionieren. Vielleicht liegt es auch daran dass ich auch als Kind nie genug davon fasziniert war um dazu eine stärkere Bindung zu entwickeln.
 Wovon ich allerdings zutiefst überzeugt bin: die Musik von David Bowie ging mir auf den Sack. Und sein Sack ging mir auch auf den Sack. Da, ich habe es gesagt. Die ganzen Songs klingen irgendwie wie spontanes Herumgesinge ohne echte Richtung, die Songs schienen keinen Spannungbogen zu besitzen, und sie gingen mir NULL ins Ohr. Und dazu kommt dass mir die Faszination der Welt mit dieser Koksmassenvernichtungswaffe immer ein wenig seltsam vorkam. Und dass man in seinen engen Hosen dann doch einiges zu sehen bekommt hilft in meinen Augen diesem harmlosen Familienfilm wirklich nicht weiter (oh ja, googlet mal danach, zumindest heterosexuellen Damen und homo- und bisexuellen Herren könnte das durchaus liegen).

 Aber gut, zumindest ist es ein Film den man durchaus charmant und sympathisch finden kann, und sei es nur wegen der wirklich wundervollen Muppets. Einen Versuch durchaus wert, nur absolut nicht meine Tasse Tee.

 Aber, und da waren ich und mein Couchkumpane uns einig: würde eine hübsche Frau den Film mit uns sehen wollen um dabei womöglich Körperkontakt aufzunehmen, wir würden uns nicht wehren. Und auch nicht ernsthaft leiden.



Cheerio!!

Troll 2 (1990)



Es ist passiert. Ich habe einen der Heiligen Gräle des Trashfilms erblicken dürfen. Und was ich sah, war der Himmel. Hier stimmt einfach alles, oder objektiv betrachtet, gar nichts. Die Schauspieler sind auf dem Niveau einer Laienspielgruppe (oder deutscher Schauspieler, aber dazu noch gleich mehr!), scheinbar konnte keiner von denen Englisch OBWOHL DER FILM IN DIESER SPRACHE GEDREHT WURDE (was für italienische Filme mal relativer Standard war), Regie und Drehbuch sind wenn überhaupt, dann eher stümperhaft, und all das ist aber so herrlich sympathisch und charmant, dass man von vorne bis hinten einen abartigen Spaß hat. Man lacht über, aber irgendwo auch mit diesem Film, sozusagen.

 Zur Story, denn, oh Wunder, es gibt eine. Irgendwie. Ein kleiner Junge dem regelmäßig sein toter Opa erscheint fährt mit seiner Familie in die Ferien. Ein Familien-Haustausch soll es sein, die Städter wollen Landluft im beschaulichen NILBOG schnüffeln. Aber es ist was faul im Städtchen NILBOG. Es scheint, als wären die Einwohner irgendwie komisch, um nicht zu sagen unmenschlich. Freunde der Tochter fahren der Familie hinterher und finden schnell heraus, dass in NILBOG die GOBLINs umgehen. Aber wie hätte man es auch erkennen können? Es ist ja nicht so als hätten die GOBLINs aus NILBOG einen Hinweis hinterlass... MOMENT! NILBOG IST GOBLIN RÜCKWÄRTS! OH MY GOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOD!

 Und wer diesen Witz jetzt platt fand: nehmt es hin, subtiler ist die Auflösung in Troll2 nämlich auch nicht. Im Gegenteil. Der Film ist des Wahnsinns fette Beute, und dafür liebe ich ihn jetzt schon nach nur zwei mal Sehen (und das direkt hintereinander in zwei Sprachfassungen).
 Das geilste an dem Film ist übrigens die Tötungsart der Goblins/Trolle (Trolle gibt es nur in der deutschen Version): die verwandeln Menschen in Gemüse, denn sie sind strenge Vegetarier (oder Veganer, NILBOGmilch scheint mir nämlich nicht gerade tierischen Ursprungs zu sein), und können Menschen nur auf diesem Weg essen. Und das ist ja wichtig weil... naja, weil halt. Man kann diesen Film also auch wunderbar als abartig lustige Propaganda gegen Gemüslis sehen.

 Und für deutsche gibt es ein spezielles Schmankerl in der Synchro: hier gibt es nämlich einen jungen Till Schweiger mit seinem geballten Talent zu hören. Irgendjemand muss ihn allerdings geprügelt haben dass er halbwegs deutlich spricht. Mehr ist aus dem zwar nicht rauszuholen, aber es klingt trotzdem lustig genug.

 Wer also unbedingt mal wieder einen richtig SCHÖNEN Schrottstreifen sehen will, der sollte mal die Augen nach dieser Perle offen halten. Es lohnt sich absolut.



Cheerio!!